R.I.P. Lovecraft

Der H.P. Lovecraft Literary Podcast veröffentlicht regelmässig Rezensionen zu den Geschichten H.P. Lovecrafts. Dieser gilt als einer der bedeutendsten Horror-Schriftsteller des letzten Jahrhunderts und seine Werke beeinflussen auch heute, 75 Jahre nach seinem Tod die Literatur, aber auch Filmwelt noch massgeblich. Jedenfalls berichtete der Podcast (welchen ich übrigens aufgrund seines enormen Lehr- und Unterhaltungswertes bloss wärmstens empfehlen kann) in seiner 118-ten Episode über die letzte Geschichte, die der Autor verfasst hatte und hatte somit die Gesamtheit seiner Werke rezensiert. In der 119-ten Episode sprachen die beiden Hosts dann über Lovecrafts letzte Jahre, sein Ableben, wie auch sein Vermächtnis.

Das Thema fand ich sehr spannend und ich beschloss ein Artwork dazu zu gestalten. Der Obolus des Fährmanns war meiner Ansicht nach immer eine sehr „romantische“ Art der Beisetzung. Im altbabylonischen Gilgamesh Epos tauchte diese zum ersten Mal auf, war aber später auch im alten Ägypten, wie auch in der griechischen Mytholgie verankert. Der gemeinsame Kern der Geschichten ist jedoch, dass dem Verstorbenen eine Münze unter die Zunge gelegt wird (der Obolus) mit welcher die Seele der Verblichenen ihre Überfahrt ins Totenreich (bzw. den Fährmann) bezahlt. Personen, welche dies nicht konnten und ohne den Obolus beigesetzt wurden, mussten auf ewig im bzw am Totenstrom verweilen. Diese Tradition existierte später in abgewandelter Form weiter, wobei nun den Toten zwei Münzen auf die Augenlider gelegt wurden (in „From Hell“ wurde das ganze filmisch sehr schön umgesetzt).

Auf diese Tradition wollte ich im Bild zurückgreifen. Jedoch wollte ich mich statt des Fährmanns des Mythos bedienen, den Lovecraft selbst erschaffen hatte – des Cthulhu-Mythos. in diesem beschreibt der Autore Äonen-alte Pseudo-Gottheiten (die grossen Alten), welche die Erde einst auf unerdenklich grausame Art regierten und schlussendlich durch die Einwirkung der älteren Götter verbannt wurden. Nun liegen sie schlafend in den dunkelsten Ecken der Erde verstreut und warten darauf, dass die Sterne richtig stehen um zu erwachen und die Erde erneut zu unterjochen.

Was sich übertrieben dramatisch anhört, liest sich jedoch ausgesprochen gut und ich griff diese „Mythologie“ auf und legte Lovecraft statt der Münzen zwei Steine mit Symbolen der älteren Götter auf die Augen. In den Geschichten sind dies die einzigen Artefakte, welche einem vor dem Wahnsinn retten könne, der einen erfasst wenn man einem grossen Alten gegenübersteht. So gesehen erschien mir der Tausch passend.

Das Artwork selbst begann als Skizze, auf der ich die Partien des Gesichts möglichst exakt erfasste um beim späteren Kolorieren die Wölbungen des Kopfes und des Gesichts möglichst realitätsnah umsetzen zu können. Anschliessend erfolgte die Nachbearbeitung mit Photoshop. Hierbei fand ich es recht schwierig eine Färbung zu finden, die ansprechend und voluminös wirkt aber dennoch matt und schlaff genug wirkt um leblos zu erscheinen. Rückblickend denke ich, dass ich mehr Kontrast ins Bild hätte bringen dürfen und einige Sachen besser hätte ausarbeiten müssen um den Fokus stärker auf das Gesicht zu lenken. Nichts desto trotz hat die Arbeit daran grossen Spass gemacht und ich hoffe in Zukunft wiedereinmal Zeit zu finden ein Portrait zu gestalten.

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